Polaroid Photo

Lisa's Blog

Einmal um die ganze Welt…

So
29
Jun '14

Verspäteter Geburtstagskuchen

Nein, dies hier wird kein Blogpost über einen Wochenendausflug ins Schlaraffenland, sondern der erste Foodie-Beitrag. Reise ja nimmer so viel, essen tu ich aber täglich 🙂 Außerdem ist es spätestend seit meinem Buenos Aires Blogpost kein Geheimnis mehr, dass Stu und ich besESSEN sind von den Leckereien dieser Welt…
Ich weiß nicht wann und wie alles begann, aber ich hab schon länger eine Leidenschaft fürs Backen (muss ich von meiner Oma geerbt haben, meine Mama ist eher die Deftige). Meine Kollegen würden jetzt aufstöhnen, denn im letzten Jahr hab ich so einige Kuchen mit in die Arbeit gebracht und auch sie wissen schon, wie gern ich backe und esse. Mittlerweile werden hohe Erwartungen an mich gestellt und Bestellungen für zukünftige Geburtstage gemacht. Da Backen aber zeitaufwendig ist kann ich nicht immer jedem gerecht werden…Keine Frage, dass Stu jede Woche einen Kuchen von mir haben könnte, aber irgendwie hat es an seinem Geburtstag am 17.Juni nicht hingehaun. Heute hab ich das jetzt endlich nachgeholt!

Und deshalb gibt es heute ein Rezept statt Reisebericht: Jeder, der wissen möchte, wie ich die Bakewell Tart gemacht habe, bleibt jetzt dran.
Bakewell Tart ist ein englischer Kuchen (kommt angeblich aus Bakewell in Derbyshire), der aus Mürbteig, Marmelade und Mandelfüllung gemacht wird.

BakewellTart

Ich hab mich zum ersten Mal daran gewagt und bin dem Rezept von Mary Berry gefolgt. Mary Berry ist die englische Back-Queen, die in verschiedenen TV Shows, wie dem „Great British Bake Off“ erscheint.
Das Originalrezept findet ihr hier, mein Rezept im Folgenden:

Zutaten:

Für den Mürbteig:
175g Weißmehl
75g kalte Butter
3-5 Esslöffel kaltes Leitungswasser

Für die Füllung:
5-7 Esslöffel Marmelade (traditionell Erdbeer oder Himbeer, ich hab die selbstgemachte und eingeflogene Sauerkirschmarmelade meiner Mama genommen, ist weniger süß und hat keinen „Biss“)
100g Butter
100g (Feinkristall)Zucker
125g gemahlene Mandeln
1 Ei, gemixt
½ Teelöffel Vanillearoma
1 Esslöffel abgeriebene Zitronenschale
50g Mandelblätter

Für den Guss:
80g Puderzucker
Saft von ½ Zitrone

Zubereitung:

1. Für den Mürbteig Mehl in eine Schüssel geben und kalte Butter mit den Fingern „hineinbröseln“. Mit den Händen verkneten und Wasser hinzufügen, bis sich ein weicher Teig ergibt.

2. Teig zu einer Kugel formen, Arbeitsfläche mit Meld bestäuben, Teig ausrollen. Der Teig sollte in eine mittelgroße runde Springform (ca. 18cm Durchmesser) passen, beim Ausrollen die Ränder mit einkalkulieren. Mit Frischhaltefolie umgeben und auf einem Teller für 30min in den Kühlschrank stellen.

3. Ofen auf 200 Grad Celsius (180 Grad Umluft) vorheizen.

4. Springform mit Alufolie auslegen (so bleibt die Tart nicht hängen), Teig hineingeben, Alufolie über den Teig legen und „baking beans“ (ich hab rohe Linsen genommen, weil ich nix anderes hatte, Kichererbsen sind bestimmt noch besser) daraufgeben. 15min backen, dann Linsen und Folie abnehmen und weitere 5min backen, damit der Teig trocknet.

5. Kuchen aus dem Ofen nehmen (Ofen laufen lassen), kurz auskühlen lassen, dann mit reichlich Marmelade betreichen (war der wichtigste Schritt für Stu, also nicht an der Marmelade sparen!).

6. Für den Rest der Füllung Butter in einem Topf schmelzen, dann vom Herd nehmen. Ei schlagen (mit der Gabel), Zucker, Mandeln, Ei, Vanille und Zitronenschale hineinrühren und schön vermixen. Über den mit Marmelade bestrichenen Boden gießen und mit Mandelblättern bestreuen.

7. Zurück in den Ofen und 35min backen. Mandeln in Auge behalten, wenn sie zu braun werden Form mit Alufolie bedecken.

8. In der Zwischenzeit Puderzucker und Zitronensaft vermengen, bis sich ein nicht zu flüssiger Zuckerguss ergibt.

9. Kuchen aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen, dann Zick-Zack-mäig mit dem Zuckerguss übergießen (Mandelblätter nicht ganz bedecken).

BakewellTart2

Lassts euch schmecken!

Falls irgendwas unklar ist, bitte melden.

In diesem Sinne gutes Gelingen und einen schönen Sonntagabend,

eure Lisa

Mo
26
Mai '14

Buenos Aires und Montevideo – die wohl leckersten Städte der Welt!

Nach unseren zwei Wochen in Peru hieß es Abschied nehmen von dem “ursprünglichen” Südamerika mit Quechua und Panflöte. Eine knappe Woche in Buenos Aires lag vor uns! Stu war vor sieben Jahren schon mal dort gewesen, hat aber sehr wenig Erinnerungen und war bereit, die Stadt noch einmal mit mir zu besuchen. Spätestens seit meine Jenny dort war und mir versichert hat, ich würde die Stadt lieben, wollte ich Buenos Aires besuchen. Der Flug von Lima (vier Stunden) war so teuer, dass wir ihn mit Stuarts Meilen gebucht haben und da keine regulären Tickets verfügbar waren, “mussten” wir Business Class buchen. War eine Premiere für mich. Hatte so viel Platz für meine Igelbeine, dass ich einen Kleinwagen vor mir hätte parken können und der Sitz ließ sich bis zu 180 Grad runterfahren (wobei mir aber leicht schlecht wurde). Alles in allem also unnützer Schnickschnack.

In Buenos Aires angekommen checkten wir in unser Boutique Hotel im schicken Stadtteil Palermo ein (ja, das ist schließlich ein Urlaub!) und machten uns auf die Suche nach einem leichten Abendessen. Der erste Eindruck war schon überragend: schönes Viertel mit vielen alten Gebäuden, breite Straßen mit schnuckeligen Seitenstraßen/Alleen und nach zehn Minuten Fußweg eine Bar neben dem nächsten tollen Cafe!

Unseren ersten vollen Tag (20.Mai) begannen wir mit einem Spaziergang durch Palermo. Der Stadtteil ist der größte in Buenos Aires. So groß, dass er in verschiedene Stadtteile eingeteilt wird. Palermo Viejo, Palermo Soho, Palermo Hollywood, Palermo Alto, Las Canitas…Wir liefen von Palermo Viejo nach Las Canitas und hat eine Stunde gedauert. Was uns zu dem Zeitpunkt so langsam klar wurde: Buenos Aires ist riesig!!! In Las Canitas trafen wir Sol, eine junge Argentinierin, die “Parilla Tours” leitet. Parillas sind argentinische Steakhäuser, die wenig mit deutschen Steakhäusern zu tun haben. Manche sind eher spartanisch, das Fleisch wird auf riesigen Grills gebraten und die Preise sind weitaus niedriger als in deutschen Steakhäusern. Wir wollten unsere Zeit in Buenos Aires überwiegend der argentinischen Kultur UND Küche widmen und die Tour war eine tolle Einführung.
Ich hoffe ihr habt keinen Hunger, denn was jetzt kommt ist praktisch eine Homage an die argentinische Küche und der Versuch, den Geschmack in Worte zu fassen!
In den drei Stunden der Tour probierten wir die Köstlichkeiten in vier verschiedenen Geheimtipps (teilweise sehr verborgene Ecken, die nach alles anderem als nach Restaurant ausgesehen haben und wir ohne Sol und ihre Tour nie besucht hätten, wie diese Parilla).

Hier die Reihenfolge der “Gänge”:

1.“Choripan”:
Eine traditionalle Vorspeise. Da es Stunden dauert, bis die Grills die richtige Temperatur haben, schnabolieren Argentinier schon Stunden bevor das Steak serviert wird. So haben wir es ihnen gleich getan. Choripan ist eine aufgeschnittene Chorizowurst in gegrilltem Baguette. Da Argentinier kein scharfes Essen mögen (wusste ich auch nicht) erinnerte mich die Chorizo eher an eine englische Schweinswurst als an das, was wir Chorizo nennen. War aber superlecker! Mit Chimichurri, einer typischen Soße aus Petersilie, Knoblauch, Oregano, Öl und Essig, Salz und Pfeffer, und Salsa Criollo, einer Soße aus Tomate, Paprika, Zwiebeln, Essig und Öl, Salz und Pfeffer, schmeckte das Ganze himmlisch!

2.Empanadas:
30% der Argentinier haben italienische Vorfahren, was sich nicht nur in der Sprache (das Spanisch ist viel schneller und schwieriger zu verstehen als in Peru!), sondern auch in der Küche wiederspiegelt. Pizzerias gibt es hier wie Sand am Meer und (ich greife vor), sie sind überragend gut! Wir besuchten die Pizzeria aber nicht für Pizza sondern Empanandas. Da Empanadas in Argentinien aus Pizzateig gebacken und nicht fritiert werden, bieten fast alle Pizzerias auch Empanadas an. Sie werden zur Pizza dazubestellt (wie Pommes in England…). Wir probierten eine traditionelle mit Fleisch, also Filtesteakstreifen mit gekochtem Ei und Oliven, hmmm!

3. Steak, Provoleta, Wein:
Das Steak war leider etwas zäh, aber ich hab mich in “Provoleta”, gegrillten Provolone (italienischen Käse) verliebt. Soooo gut! Er wird mit Oregano und Olivenöl serviert, hat eine leichte Kruste vom Grillen und ist sonst schmelzender Genuss (wenn auch wenig fotogen).

4. Eis:
Glücklich und voll rollten wir zum nächsten Stop (ja, Hauptsache der Ranzen spannt!) – einer Eisdiele. Der italienische Einfluss lässt sich zweifellos auch im Eis erschmecken, cremig und geschmacksintensiv!

Sol war so lieb und hat uns neben der Völlerei auch viele Tipps für unsere Tage in Buenos Aires gegeben und uns viele Hintergrundinfos zur Küche und Kultur ihres Landes gegeben. Alles in allem eine tolle Tour, zwar nicht günstig, aber sie war es wert für uns!

Nach so viel Essen wollten wir etwas spazieren gehen, der Regen und die Ausmaße der Stadt zwangen uns aber, den Rest des Weges zum Recoleta Friedhof im Taxi zurückzulegen (immer offizielle Radio Taxis nehmen, die anderen haben teilweise manipulierte Meter). Der Friedhof gilt als der Friedhof der Reichen und u.a. ist Evita Peron dort begraben.

Das Wetter hat gut gepasst für einen Friedhofsbesuch: grau und trostlos. In Argentinien ist gerade Spätherbst, aber wir hatten schon etwas Pech mit dem Regen.

Aufs Sols Tipp in trockneten wir uns im traditionellen Cafe “La Biela” und reflektierte über die ersten Eindrücke. In einem Cafe wie La Biela hatte man eher den Eindruck in Wien zu sein, als in Südamerika. Der Eindruck sollte anhalten, Buenos Aires ist eine geniale Mischung aus europäischem Standard und Baustil mit südamerikanischem Flair und der lockeren “anything goes” Mentalität.
Da der Regen nicht aufhören wollte besuchten wir den “Palais de Glace” ein Museum mit wechselnden Austellungen zu Themen die das Land bewegen. Ging um Comics, war also nicht der Brüller, aber es war trocken und das Gebäude an sich war beeindruckend.

Anschließend besuchten wir noch das “Museum de Bellas Artes”, in dem wir Größen wir Rubens, Monet, Manet und Van Gough bewundern konnten.
Am interessantesten war die Ausstellung im Dachgeschoss, in der ein argentinischer Künstler weltberühmte Künstler, ihre Werke und persönliche Geschichte aufs Korn genommen hat.

Nach der Parilla Tour stattete Sol uns mit einer Liste von Bars, Cafes und Restaurants in verschiedenen Stadtteilen von Buenos Aires aus. Wir suchten das “Milion” in Recoleta auf, eine schicke Bar in einem alten Herrenhaus und erwischten die Happy Hour. Buenos Aires hat definitiv einen anderen Rhythmus: Um 18Uhr bevölkern die Einheimischen die Cafes für Kaffee&Kuchen (Alfajores – mehr dazu später). Abendessen gibt es nicht vor 21Uhr und meistens waren die Restaurants erst richtig voll, als wir sie schon verließen (ca. 23:30Uhr). Party gemacht wird hier so ab 2/3Uhr morgens (Stuarts absoluter Albtraum!), weswegen die Happy Hour oft bis Mitternacht geht (gut für uns…). Morgens passiert eigentlich nichts vor 11Uhr, sogar manche Museen machen erst um 12Uhr auf, sind dafür aber bis 20 oder 21Uhr geöffnet…Andere Länder…!

Gegen 21Uhr trauten wir uns also zu Nicky New York Sushi. Wir wollten etwas leichtes, aber der Hauptgrund für den Besuch war die geheime Bar, die sich unter dem Restaurant befindet. Für nicht-Mitglieder wie uns gibt es nur eine Möglichkeit, die “Most secret bar in Buenos Aires” zu besuchen: Abendessen bei Nickys. Das Sushi war lecker, die Cocktails auch, aber Stu und ich wurden immer nervöser und fühlten und immer mehr Fehl am Platz. Sol hatte uns von der Bar erzählt und gemeint, wenn wir sie besuchen wollten, müssten wir nach dem Essen einfach fragen, ob wir den Weinkeller (“bodega”) besuchen könnten. Fast hätten wir uns nicht getraut (die Kellnerin war etwas furchteinflößend), aber dann hab ich gefragt und sie meinte, “na klar, warum nicht!” – Passwort geknackt! Was dann kam, übertraf all unsere Erwartungen. Wir bezahlten und wurden anschließend vom Tisch abgeholt. Eine hübsche junge Argentinierin führte und an den Toiletten vorbei in einen schmalen Gang. Links und rechts befanden sich Weinregale, am Ende ein Schrank. Sie begann von Nicholas Harrison zu erzählen, der 1920 in New York eine geheime Bar im Keller der Fischrestaurants seines Vater eröffnete, die “Harrison Speakeasy Bar”. Und während sie sprach, öffnete sie die Schranktür, hinter der sich eine echte Tür verbarg mit einer Drehklinke die an eine Zeitmaschine erinnerte! Sie hieß und willkommen in 1920 und öffnete die Tür in einen Hinterhof. Um die Ecke gefand sich eine wunderschöne überschaubare Bar im Stil der 1920er, total professionell gemacht und sehr gemütlich. Fotos hab ich keine, die Bar soll geheim bleiben und man soll sich selbst ein Bild machen. Es war ein toller Ausklang unseres ersten vollen (!!) Tages und wir waren beide froh, von Buenos Aires geheimster Bar erfahren zu haben!

Am nächsten Tag wollten wir die Kultur und Geschichte in den Vordergrund rücken. Wir starteten den Tag mit einer der vielen “Free Walking Tours”, die es jetzt in vielen Großstädten und Touridestinationen gibt. Tolles Konzept eigentlich, denn Reisende zahlen soviel es ihnen wert ist bzw. soviel ihnen ihr Budget erlaubt. Toller Anreiz für die Guides, die Touren interessant zu gestalten! Unser Guide Nicola war super und hat und wahnsinnig viel über Buenos Aires und Argentiniens Geschichte, Kultur und Architektur erzählt.
Hier die interessantesten fünf Fakten:

1. Obdachlose besetzen historische Gebäude:
Neben dem Kongress Gebäude befindet sich die “Alte Mühle”, in der sich einst ein tolles Kaffeehaus befand. Während der Militärdiktatur wurden die politischen Entscheidungen für Argentinien vom Dachgeschoss des Gebäudes getroffen. Heute ist es sehr verfallen und droht zusammenzustürtzen. Der Besitzer, ein Privatmann, möchte es aber nicht an die Stadt verkaufen und das große Problem sind die Obdachlosen, die er in seinem Haus duldet. Sie dürfen nicht einfach vertrieben werden. So steht es schon seit Jahrzehnten leer und verfällt; angeblich soll bald ein Gesetz verabschiedet werden, dass solche Dilemma lösen soll.

2. Madres de la Plaza de Mayo nicht beliebt:
Die Mütter von 12 jungen Menschen, die während der Militärdiktatur “verschwanden” treffen sich jeden Donnerstag um 15:30Uhr an der Plaza de Mayo um auf ihr Leid und Schicksal aufmerksam zu machen. Sie tun das seit bereits über 30 Jahren, einige der Mütter sind bereits gestorben. Vor einiger Zeit haben die Mütter eine politische Partei gegründet und werden angeblich stark von der Regierung subventioniert und nehmen Geld für Fotos mit ihnen und promoten ihre Partei, so dass die Portenos (Bewohner von Buenos Aires) nicht mehr viel von den “Madres” halten.

3. Gebäude auf der Avenida de Mayo alle 73m hoch:
Jedes Gebäude auf der Avenida de Mayo, einer der Prachtstraßen in Buenos Aires, ist 73m hoch. Das ist angeblich die Höhe, bis zu der ein Hut tragender Mann aufsehen kann, ohne seinen Hut zu verlieren.

4. Kirchner nimmt den Hubschrauber:
Die Präsidentin des Landes wohnt ca. eine Stunde außerhalb von ihrem Arbeitsplatz, der “Casa Rosada” von deren Balkon aus Evita einst ihre Reden hielt. Um sich unnütze Zeit im dichten Verkehr zu Stadt zu sparen, lässt sich Kirchner täglich mit dem Hubschrauber ein- und ausfliegen.

5. Obelisk als Pilgerziel:
Der Obelisk auf der Avenida del 9 de Julio, einer der größten Avenues Amerikas (120m breit) gilt als Pilgerziel für Argentinier vom Land. Für Portenos ist er nichts besonderes, doch Gauchos und andere Leute vom Land geben teilweise all ihre Ersparnisse aus, um einmal in ihrem Leben zum Obelisk zu reisen.

Nach so viel Geschichte und Kultur widmeten wir uns erstmal wieder den kulinarischen Sehenswürdigkeiten. Nicola empfahl uns eine Pizzeria, in der wir “Fugazzeta” probierten, eine mit Käse und Schinken gefüllte Pizza mit gerösteten Zwiebeln, ein Mix aus Pizza und Flamkuchen.

Den Verdauungscafe nahmen wir im Cafe Tortoni ein, dem ältesten Kaffeehaus von Buenos Aires, in dem schon der berühmte Schriftsteller Borges seinen Kaffee trank.

Der Regen wollte auch an diesem Tag nicht aufhören, so dass wir nach einem kurzen Abstecher zur Calle Florida, auf der man dem geschäftigen Treiben der Portenos zusehen und (illegal) zu gutem Kurs Pesos gegen Dollar eintauschen und so etwas Geld machen kann.

Mit der Metro ging es (zur Rush Hour!) zurück nach Palermo. Nach einer kurzen Pause in unserem schönen Hotel wartete schon das nächste kulinarische Highlight auf uns: die “Argentine Dinner Experience”.
Das Projekt startete als “Pop-up Kitchen” in einer Privatwohnung vor fast zehn Jahren. Es sprach sich schnell herum, wie gut die jungen Leute kochten und eines Tages kam der Gründer von Gap Adventures vorbei und beschloss, sie finanziell zu unterstützen. Heute findet die Argentine Dinner Experience jeden Tag in einem tollen Haus in Palermo statt und Leute aus der ganzen Welt zahlen gut Geld für einen netten Abend im Zeichen der argentinischen Küche. Die vier Stunden waren sehr unterhaltsam, hatten eine nette Gruppe aus Argentiniern, Australiern, Brasilianern und einem Schweizer. Es gab unlimited Wein und viel gutes Essen. Unter anderem haben wir unsere eigenen Empanadas gemacht und es gab einen kleinen Wettbewerb für kreative Empanadas, den Stuart gewonnen hat!

Anschließend gab es das wohl beste Steak, das ich je gegessen habe. Die Argentinier meinten, es sei keine wirklich argentinische Experience, aber es war mir so lieber als das zähe Steak…Argentinien exportiert nämlich die besten Teile seiner Rinder (Uruguay behält sie) und die Truppe der Argentine Dinner Experience hat bei 20 Rinderfarmen probegegessen um das beste Fleisch des Landes für ihre Zwecke zu finden.

Zum Nachtisch (als ob das nötig gewesen wäre…) gab es Alfajores, das sind Vanillekekse, die mit einer Schicht “Dulce de Leche” (südamerikanisches Karamell) verbunden werden, in Kokos gewälzt und in Schokolade getaucht werden (bei unserer Variante zumindest).

Zum Abschluss wurden wir noch in die Kunst des Mate trinken eingeweiht. Mate ist eine sehr starke Kräuter-Grüntee-Mischung, die den ganzen Tag lang durch die „bombilla“, einen speziellen Strohhalm geschlürft wird. Mir war der Wein lieber…

Alles in allem ein sehr unterhaltsamer Abend mit ausgezeichnetem Essen und Trinken. Würde ich jedem empfehlen!

Am kommenden Morgen standen wir viel zu früh auf um die Fähre nach Uruguay zu nehmen. Stu hatte 2007 dasselbe gemacht und schwärmt mir seitdem vom Mercado del Puerto in Montevideo vor. Montevideo ist “nur” drei Stunden mit Boot und Bus von Buenos Aires entfernt und wir entschlossen uns daher, zwei Tage in Uruguay zu verbringen.
Auf Rat meiner alten Schulfreundin Charly hin haben wir außerdem Colonia del Sacramento einen Besuch abgestattet. Die Fähre kommt aus Buenos Aires kommt dort an und es lag daher quasi auf dem Weg. Sind sehr dankbar über den Tipp, Colonia ist definitiv einen Besuch wert. Die Altstadt ist ganz in den Kolonialzeiten stehen geblieben, überall alte Autos, unebenes Kofsteinpflaster und tolle alte Häuser.

Nach drei Stunden Zeitreise nahmen wir den Bus und 2,5h später checkten wir in unserem Hotel für die Nacht ein. Der Regen war uns nach Uruguay gefolgt, aber die Aussicht von unserem Balkon im 6. Stock hat mir trotzdem kurz den Atem verschlagen.

Nach dem frühen Start und den Tagen des sightseeings waren wir beide ziemlich kaputt und wurden an dem Abend nicht sehr alt. Sind etwas durch die Altstadt spaziert und haben “Chivito” probiert, den Döner Uruguays: zartes Rindersteak mit grünen Oliven, hartgekochtem Ei, Salat, Tomate und Mayonese in Weißbrot. Hammer!

Am nächsten Morgen haben wir uns ein bißchen mehr von der Altstadt angesehen und die entspannte Atmosphäre genossen. Die Uruguayos waren etwas freundlicher, hilfsbereiter und geduldiger als die Portenos, was uns gut tat.
Den Morgen haben wir im Museum de los Andes verbracht. Das Museum ist dem Flugzeugunglück aus dem Jahr 1972 gewidmet, bei dem 29 Menschen ums Leben kamen, sich 16 aber retten konnten und insgesamt 72 Tage in den Anden aushielten. Ich hatte davon gehört, Stu hatte den Film „Überleben!“ gesehen, aber das Museumspersonal hat sich die Zeit genommen, uns herumzuführen und uns viele sehr ergreifende persönliche Geschichten zu erzählen. Was mir sehr gefallen hat, war der Fokus auf der Einstellung und Kraft der Überlebenden, nicht dem “wie”, wofür sie jahrelang verurteilt wurden.
Hier ein paar Geschichten, die mir Gänsehaut beschert haben:

1. Einer der Rugbyspieler, der mit im Unglücksflieger sitzen sollte, verschlief den Wecker, verpasste den Flug und rettete sich damit. 22 Jahre später schlief er am Steuer ein und starb in einem Autounfall. Von den Überlebenden des Flugzeugabsturz sind heute noch alle am Leben.

2. Einer der beiden Helden, die den 10 Tage langen Marsch in die Zivilisation schafften und somit alle retteten, hatte während des Unglücks seine Mutter, Schwester und seinen besten Freund verloren. Seine treibende Kraft und Motivation zu überleben war sein Vater: er wollte nicht, dass sein Vater die ganze Familie verlor und kämpfte daher um sein und das Überleben der anderen.

3. Acht Menschen, die den Absturz überlebt hatten, starben 16 Tage danach durch eine Lawine, darunter auch die letzte Frau.

4. Der Schäfer, auf den die beiden völlig erschöpften Spieler nach 10 Tagen Wanderung durchs Eis stießen, befand sich auf der anderen Seite eines reißenden Flusses. Obwohl er nicht gut lesen und schreiben konnte, hatte er Stift uns Zettel mit dabei beim Schafehüten, so dass die beiden ihm in einer kurzen Nachricht vermitteln konnten, dass sie dringend Hilfe benötigten.

5. Sie hatten allerdings vergessen, diese Nachricht zu unterschreiben. Als der Schäfer nach fünf Stunden auf Pferd und Laster bei der nächsten Polizeistation ankam, wollten sie ihm zunächst nicht glauben. Nach ein paar Anrufen jedoch wurde die Rettungsaktion gestartet.

Wahnsinnige Geschichte und sehr interessantes Museum mit originalen Kleidungsstücken und Behelfsmitteln vom Unglück. Die Familie, die das Museum erst im vergangenen Oktober eröffnet hat, hat deutsche Vorfahren und kennt die Überlebenden des Unglücks persönlich. Sehr ergreifend.

Nach einem Spaziergang durch die Altstadt war es soweit und wir steuerten El Mercado del Puerto an. Dieser überdachte Markt hat neben wenigen Souvenirständen vor allem eines zu bieten: Fleisch. Und das in allen Variationen, langsam auf frischer Holzkohle gegrillt. Man setzt sich wie an eine Bar, bestellt was einem gefällt und wenns nicht genug war (oder besonders lecker), bestellt man noch ein bißchen mehr. Es war genauso gut wie Stu mir vorgeschwärmt hatte!

Um das Mittagessen etwas abzulaufen, schlenderten wir an der Promenade entlang in Richtung Bus. Im Gegensatz zu Buenos Aires liegt die Altstadt direkt in Montevideo direkt am Meer. Noch ein Grund nochmal im Sommer zu kommen!

Die Rückfahrt war etwas langwierig und zurück in Buenos Aires sind wir nach einem kurzen Abstecher zur Casa Rosada bei Nacht nur noch ins Bett gefallen.

An unserem letzten Tag in Buenos Aires wollten wir einfach nur noch das Flair genießen und mehr von unseren neuen Lieblingsgerichten essen. Bei einem Spaziergang durch Palermo fanden wir “El ultimo beso”, einer der schönsten Cafes, empfohlen von meiner Jenny. Anschließend fuhren wir nach San Telmo, einer Gegend unweit von Downtown, in der die meisten Touris unterkommen. Schöne Architektur und viele kleine Seitenstraßen mit tollen Läden und Cafes.

Jeden Sonntag gibt es in San Telmo einen Antikmarkt. Unser letzter Tag war ein Samstag, aber auf dem Markt gab es trotzdem viele Stände mit antikem “Graffl”, aber auch Obst und kleine Lokale.

Nach einem Choripan in der wohl coolsten Mini-Parilla hinter dem Markt (Stu hatte recherchiert) machten wir einen Abstecher nach La Boca.

La Boca ist das ehemalige Hafenviertel, in dem die Europäer einst ankamen, die von der argentinischen Regierung eingeladen wurden und denen Land (in Patagonien o.ä.) versprochen worden war. Leider kam es nicht immer so und viele europäische Familien (vor allem Italiener) blieben in La Boca hängen. Heute ist der Hafen weiter nördlich gelegen und La Boca gilt als gefährliches Viertel, zumindest außerhalb des Touristreifens um El Caminito. Das ist ein kleiner Block mit vielen bunten Häusern in denen vor allem Künstler ihre Ateliers haben und die man auf vielen Buenos Aires Postkarten wiederfindet.

Was wir in San Telmo und La Boca auch endlich fanden, war Tango. An jeder Ecke tanzten (semi)professionelle Paare so leidenschaftlich, dass ich meine Meinung über den Tanz ändern musste (hatte nur schreckliche Erinnerungen von meinen Tanzschulzeiten).

So schön der Tag war, mir wurde immer mehr bewusst, dass unsere Reise dem Ende zu ging. Zu allem Übel feierte die Stadt die Unabhängigkeit von Spanien und hatte dazu einen kleinen Markt mit Informationen und Essensständen aus Ecuador aufgebaut. So schließt sich der Kreis…

Unseren letzten Abend verbrachten wir bei Wein, Bier und verschiedenen Snacks in Palermo. Es war ein schöner Ausklang einer überragenden Reise mit dem wohl besten Reisepartner, den ich mir nur wünschen könnte.

Am Dienstag wird mich die Realitätskeule in der Arbeit erschlagen, aber ich freu mich auch auf meine lieben Leute in Leeds und darauf, sie mit meinen Geschichten zu nerven 🙂 Außerdem brauch ich eine (oder zwei!) Wochen Detox!!
Für alle, die ich nicht so schnell persönlich sehen, gibt es hier noch ein paar Fotos von Buenos Aires und Colonia/Montevideo.

Danke für euer Interesse und eure Anteilnahme an unserer Reise. Es war sicher nicht unser letzte Reise nach Buenos Aires und schon gar nicht nach Südamerika, dem Subkontinent, in dem immer ein Stück meines Herzens zurückbleiben wird.

Alles Liebe und bis zum nächsten Mal,

eure Lisa

Di
20
Mai '14

Peru – die Reise geht weiter!

Wir haben eine Woche in der Arequipa Region im Süden Perus hinter uns und sind somit kurz davor Peru hinter uns zu lassen. Die Woche hat anstrengend begonnen und entspannt geendet und so langsam fühlt sich diese Reise doch tatsächlich wie ein Urlaub an!
Nach viel Recherche und Gegrübel haben wir uns entschlossen, den Nachtbus von Cusco nach Arquipa mit der Firma “Curz del Sur” zu buchen. Etwas teurer als andere Busunternehmen, davor unglaublich luxuriös (da können sich europäische Busunternehmen was abgucken) und sicher: hatten “semi-cama”, also Sitze, die sich 170 Grad zurücklehnen ließen, Abendessen, Kissen und Decke inklusive und (man glaubt es kaum) kleine Fernsehbildschirme in den Sitzen vor uns für das ganz private Unterhaltungsprogramm. Bin erschöpft von den vielen Eindrücken aus Cusco und dem Inka Trail (und der vielen Schokolade!) vor dem Ende des ersten Films eingeschlafen…
Relativ frisch kamen wir am Dienstag Morgen um 7Uhr in Arquipa an. Arequipa ist eine der größten Städte Perus, hat es aber geschafft, ihren Charme zu erhalten. Die Spanier haben hier gut gewüstet, so dass Arequipas Zentrum im Kolonialstil und weißem Vulkangestein erstrahlt und sich eine Kirche an das nächste Kloster reiht. Schön anzuschaun ist es aber schon!

Da wir zu dieser unchristlichen Zeit noch nicht einchecken konnten, sind wir wie kleine (ungeduschte) Vagabunden durch die Stadt getigert. Nach einem leckeren Frühstück in einem der wenigen geöffneten Cafes (Mc Doof wollten wir dann wirklich vermeiden) und einer ersten Orientierung haben wir gleich mit dem Sightseeing begonnen. Im Museo Arqueologico haben wir eine zweitausend Jahre alte Mumie aus der Region bestaunt, der Rest (Gefäße, Scherben und Textilien) war eher öde…

Anschließend gings zum Monasterio de Santa Catalina, einem Klosterkomplex, das als “Stadt in der Stadt” beschrieben wird. Zurecht, uns ist das wahre Ausmaß erst nach scheinbar endlosen Torbögen und Kreuzgängen klar geworden. Haben uns etwas wie im Spanien des 18. Jahrhunderts gefühlt, orange und blaue Wände, Palmen und Gärten, schöne Innenhöfe und kleine einfache Zimmer, in denen einst mehrere Duzent Nonnen in Abgeschiedenheit von der Außenwelt lebten.

Ich hatte noch meine Skileggings von der Nacht im Bus an und hab mir einen abgeschwitzt. Arequipa ist ca. 1000 m niedriger gelegen als Cusco, das Klima ensprechend anders, viel milder, um nicht zu sagen heiß!
Zu Mittag kehrten wir bei einem der vielen einheimischen Lokale am der “Plaza de Armas” ein. Arequipa ist bekannt für gutes Essen und wir haben uns gleich hineingestützt. Auf Empfehlung meiner lieben Lins hab ich Anticuchos de Corazon (Rinderherzstreifen am Spieß) gegessen und Stu ein Chicharron de Chancho (fritierter Schweinebauch mit gut Kruste). Viel zu heftig für die Hitze aber lecker!
Um 14Uhr konnten wir dann aber einchecken und endlich duschen und um umziehen. Unser Zimmer im Hotel “Tambo del Solar” war um einiges gemütlicher als das in Cusco (was schon auch am Klima liegt): hatten drei Betten, Dusche mit Frontalbrauseköpfen und einen kleinen Balkon mit Blick auf den Vulkan Misti.

Den Rest des Tages hab ich am Balkon entspannt, war mal nötig!

Am Mittwoch haben wir uns gleich morgens für die nächste Tour verplant. Arequipa gilt als Ausgangspunkt für Touren in den Colca Canyon, einer Schlucht doppelt so tief wie der Grand Canyon in den USA, und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Knappe 10 Minuten später und 20 Euro leichter (Schnäppchen!) war alles erledigt und die Tour sollte am kommenden Morgen um 3Uhr (!!!) losgehen.
Den Mittwoch haben wir hauptsächlich mit Kochen und Essen verbracht. Eine der Hauptempfehungen für Arequipa ist die “Peruvian Cooking Experience”, ein halbtägiger Kochkurs mit Besuch auf dem Markt. Um 10Uhr gings los. Stu gings nicht so gut (er hat nicht so nen eisernen Saumagen wie ich!) und bei den gespaltenen Schweineköpfen musste er sich dann entschuldigen, der Arme. Ich hatte somit eine private Tour durch den Markt mit der lieben Natalia von der Casa de Avila, die den Kochkurs organisiert. War unglaublich interessant, ich lieb sowas ja! Von lebenden Fröschen, die durch den Mixer gejagt werden um Diabetes zu heilen (hab danken abgelehnt das zu probieren, irgendwo hat auch mein Interesse seine Grenzen!) über exotische Früchte (Granadilla, Chirimoya, Tuna anyone?) zu Getreiden und Superfoods die bei uns ein Vermögen kosten (Chia, Quinoa, Kiwicha) gabs da alles! U.a. auch Hühner in Waschkörben und getrocknete Alpaca Embrios (als Gabe für die Naturgötter).

Nach dem Marktbesuch und der Obstverkostung trafen wir Stu (ging ihm schon viel besser), Bruce (britischer Peruaner) und Michelle (Philipina die in Deutschland aufgewachsen ist und in Bamberg studiert hat, wie klein die Welt doch ist!) um den Kochkurs unter freiem Himmel zu beginnen.

Auf dem Menü stand “Soltero de Queso” als Vorspeise, “Rocoto Relleno con Pastel de Papa” als Hauptspeise und eine kurze Pisco Sour Lektion zum Absch(l)uss. Lady, unsere peruanische Chefköchin verteilte die Aufgaben in einem angenehmen und entspannten Spanisch-Englisch Mix und erklärte uns während des Schnippelns viel über die Peruanische Kultur und Küche. Soltero de Queso ist ein Salat aus Faba Bohnen, Karotten, Tomaten, Zwiebeln und Käse mit Limetten Dressing und Süßkartoffel und Avocadoscheiben. Super lecker und toll mal wieder Salat zu essen! Für die Masterchef-Style Dekoration gab es ob von Lady.

Als Hauptspeise bereiteten wir eine scharfe Paprika gefüllt mit Rind- und Schweinefleisch in einer tomatigen Soße und ein Kartoffelgratain a la Peruana zu. Alles war total lecker und die Chicha Morada (erfrischendes Getränk aus lila Mais, Zimt, Nelken und Apfel) rundete das Menü ab.

Den Kochkurs rundeten wir mit einem Pisco Sour Workshop ab. Pisco ist ein Traubenbrandy, der nur in Chile und Peru produziert werden darf. Spätestens seit Chile bin ich ein absoluter Pisco Sour Fan: drei Einheiten isco werden mit zwei Eiheiten Zuckersirup, einer Einheit Limettensaft und zwei Löffeln Eiweiß gemixt. Das Ergebnis ist ein erfrischend cremiger Sommercocktail.

Nach der “harten Arbeit” und dem noch härteren Schlemmen gönnten wir und zwei Stunden Pause in dem schönen Garten des Hotels. Da wir noch keine Bleibe für unsere letzte Nacht hatten, beschlossen wir, uns dort einzunisten. Sind ja schließlich auf Urlaub hier und genauso fühlte es sich in dem Garten an.

Am Abend gingen wir früh schlafen, die Nacht sollte um 2:40 zu Ende sein – Autsch! Ich hatte gedacht, wir hätten die Tage des frühen Aufstehens mit dem Inka Trail hinter uns gebracht, aber nix da. Wir musste so früh los, weil wir eine dreistündige Fahrt nach Chivay in die Colca Canyon Region vor uns hatten. Im Bus warteten bereits 20 andere Touristen auf uns (yeah!) und die Fahrt war ruhig wenn auch kalt (mussten Pässe von knapp 5000m überqueren, da ists kalt bevor die Sonne aufgeht!). Nach einem kurzen Frühstücksstopp in Chivay gings weiter zum Colca Canyon und dem ersten Highlight des Tages: dem “Cruz del Condor”! Von diesem Aussichtspunkt aus kann man während der Trockenzeit (Mai bis November) wilde Condore beobachten. Condore haben für die Quechuas eine ganz besondere Bedeutung, da sie das Himmelreich repräsentieren. Sie sind also sowas wie kleine Götter für sie. Wir hatten Glück, denn auf einem kleinen Steinvorsprung, vielleicht 10m von uns entfernt, sahen wir mehrere Condore sitzen.

Selbst für mich war es überwältigend, wenn diese Riesenvögel abhoben und durch den Canyon schwebten (kaum Flügelschläge waren nötig, sie nutzen die Thermik und ihre enorme Flügelspannweite von über 3m). Stu (seine Mama ist Vogelbeobachterin) war hin und weg 🙂

Wir hatten leider nur 30min an diesem Punkt, aber so ist das mit Touren: Aussteigen, Foto machen, weiter. Nach wenigen Minuten kamen wir am Startpunkt unsere Wanderung an. Die Landschaft rund um den Canyon war überragend schön und die Sonne knallte nur so runter. Ziel der Wanderung war die natürliche Oase “Sangalle” im Tal des Cayon. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: wir hatten an diesem Tag 18km vor uns!!

Die ersten drei Stunden ging es nur bergab. Das klingt jetzt angenehm, ist es aber nicht. Spätestens seit dem Inka Trail sind mir bergauf Abschnitte viel lieber. Bergab geht zu sehr auf die Knie und Füße und man muss sich so konzentrieren. Der Untergrund war staubig steinig und es war leicht, auszurutschen. Die Abgründe auf beiden Seiten waren leicht furchterregend…Unser Guide Remi legte ein gutes Tempo vor, so dass ich mit meiner Konzentration und Kraft am Ende war, als wir nach drei Stunden in einerm kleinen Dorf ankamen, um Mittagessen einzunehmen.

Hab ganz schön geflucht und Stu klar gemacht, dass er mir was schuldet. Aber nach 40min entspannen in dem hübschen Garten des Hausherren mit Blick auf dem Canyon und einem Stück Hühnchen, Reis, organischen Tomaten und Avocado später ging es schon wieder.
Die Wanderung nach dem Mittagessen war um einiges angehmer. Wir befanden uns zu dem Zeitpunkt auf der anderen Seite des Canyons, so dass sie Sonne nicht mehr so herunterbrannte und wir viel im Schatten liefen. Außerdem gab es viele flache und bergauf Abschnitte und wir kamen an vielen interessanten Orten vorbei, u.a einem verlassenen Dorf.

Die Menschen im Canyon leben vom Obst- und Gemüseanbau sowie dem Export von Cochinillas, kleinen Parasiten, die sich auf Kakteen ansiedeln (ich glaub man macht Lippenstift und Cremes aus ihnen). Sicher bin ich mir nicht, weil unser Guide Remi kaum war erklärte. Er war ein netter Kerl, aber kein toller Guide. Noch dazu kam, dass er so gut wie kein Englisch sprach, so dass ich für Stu und Charlotte und Peter, die beiden Holländer in unserer Gruppe (schön klein dieses Mal!) alles übersetzen musste. War Remi mir aber erzählte war unterhaltsam. Er ist Schamane und voll im Einklang mit Pachamama, also Muttererde. Er hatte so einige Geschichten auf Lager, wie er Menschen in der Vergangenheit geheilt hat. Seine wildeste Story: Auf derselben Strecke blieb einem 50-jährigen Deutschen auf einmal das Herz stehen. Tot. Remi fackelte nicht lange und pinkelte ihm ins Ohr (!). Das war die Eingebung, die Remi von der Natur bekam und siehe da, der Deutscher erwachte. Er wurde aus dem nächsten Dorf von Mulis ageholt und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute.

Die letzte Stunde ging es wieder bergab aber wir waren dem Ziel nahe und das Mittagessen hatte mir neue Energie gegeben. Wenn ich gewusst hätte, was mir erwartet, wäre ich von Anfang an positiver gewesen. Die Oase war der absolute Wahnsinn! Palmen, Pools (nicht ganz natürlich, aber das Wasser kam aus den Bergen), kleine Holzhütten und eine tolle Atmosphäre.

Nach einer (kalten) Dusche und einem Bierchen sah die Welt ganz anders aus und Stu und ich machten es uns vor unserer Hütte gemütlich und genossen dem Moment.

Nach dem Abendessen (Pasta, yes!) eröffnete uns Remi, dass wir am kommenden Morgen um 4:30Uhr loslaufen würden, um die Sonne bei dem 4-stündigen Aufstieg aus dem Canyon zu vermeiden. Alles klar, ist ja schließlich mein Urlaub. Stus Gesicht entgleiste leicht, aber es war erst 20Uhr und nach ein paar Fotos von dem atemberaudenden Sternenhimmel gingen wir ins Bett, so dass wir knapp acht Stunden Schlaf gekamen.

Ich war überraschend fit um 4:30 und der Aufstieg im Dunkeln mit Kopflampe war ok, weil wir nicht sehen konnten, wie viel wir noch vor uns hatten. Sobald es hell wurde, war es etwas ermüdender, aber letztendlich schafften wir den 9km Aufstieg (ich wiederhole, 9km bergauf) in 2:45 Stunden. Remi war stolz, ich auch. Er hatte Charlottes Rucksack tragen müssen, weil sie am kämpfen war, ich habs ganz alleine geschafft und meinem neuen Spitznamen “Ochsi” alle Ehre gemacht. Stu meinte auf dem Inka Trail ich sei wie ein kleiner Ochse und kämpfe mich voran, immer weiter, bis ans Ziel. Was hab ich denn auch für eine Wahl?!

Nach einem kurzen Frühstück in Cabanaconde (noch mal 15 Minuten zu Fuß, ich war am verhungern weil wir die Oase ohne Frühstück verlassen hatten und ein Balisto und Dextro Energen einfach nicht genug waren) hieß es Abschied nehmen von Remi. In einem Sprinter Bus voller Touris ging es zurück nach Arequipa. Auf dem Weg hielten wir an verschiedenen Aussichtspunkten, u.a. Patapampa auf 4900m, von wo aus man einen tollen Panoramablick auf verschiedene Vulkane und Berge, sowie die Anden hatte.

Die Landschaft war wunderschön und auf Höhe des Nationalparks Salinas y Aguadas Blancas (bestimmt auch einen Ausflug wert – so viel zu sehen aber so wenig Zeit!!) haben wir Lamas und wilde Vicunas gesehen (eine grazile Lamaart, erinnern bisschen an Rehe).

Nach der anstrengenden Wanderung ließen wir es uns am Abend zurück in Arequipa gut gehen und buchten uns einen Tisch in “ChiCha”, dem Restaurant von Gastón Acurio, der peruanischen Antwort auf Jamie Oliver. Atmosphäre war angenehm, die Portionen klein aber fein und die Preise echt ok für unseren Standard (ca. 15 Euro für ne Hauptspeise). Stu hatte “Chupe de Camarrones” eine Suppe mit Garnelen, Kartoffeln, Mais und Käse, ich hatte “Ceviche Arequipa”, Garnelen in Limonensoße mit Zwiebeln. Haben den “Luxus” genossen, der Canyon war auf einmal ganz weit weg…Der Nachtisch war das Highlight: Soufflet de Chocococo, ein Schoko-Kokoskuchen mit füssigem Kern und Vanilleies, himmlisch und so verdient!!

Am folgenden Tag (Samstag) wollten wir (wollte ich…) eigentlich nach Mollendo an die Pazifikküste (hätte so gern den Pazifik gesehen!). Die Lokals hatten uns aber alle davon abgeraten: drei Stunden Busfahrt einfach und die Küste dort sei zu dieser Jahreszeit grau und kalt. In Arequipa schien die Sonne und ich konnte beim besten Willen nicht schon wieder früh aufstehen, weswegen wir die Pazifikküste haben sausen lassen. Sind stattdessen noch mal auf den Markt (Stu hatte ja nicht viel davon gesehen), dessen Dach übrigens von Gustav Eiffel konstruiert wurde.

Wir hätten an diesem letzten Wochenende in Peru bestimmt viel mehr unternehmen können, aber wir waren ziemlich müde (vor allem die Beine) und wussten, dass wir eine knappe Woche in der Metropole Buenos Aires vor uns hatten, wofür wir uns etwas Energie aufheben mussten. Wir haben das Wochenende daher in verschiednen Lokalen, Cafes und dem Garten des Hostels verbracht und entspannt und geschlemmt. Klingt nicht aufregend, war aber bitter nötig.

Auf Empfehlung gingen wir am Samstag in die Picanteria “La Nueva Palomino”. Picanterias sind traditionelle Arequipa Lokale, die sich auf einige Gerichte spezialisieren und diese servieren, bis sie aus sind. Die meisten Picanterias schließen gegen 17Uhr. Stu und ich entschieden uns beide für die Chicharron de Chancho, frtiterten Schweinebauch.

Fataler Fehler. Weil es so gut war und wir kleine Fressbären sind, haben wir beide (fast) aufgegessen, obwohl wir uns locker eine Portion hätten teilen können. Den Rest des Tages haben wir versucht, diese Ladung zu verdauen und sind durch die Stadt geschlendert. Abendessen gabs an diesem Tag nicht, bin noch immer satt davon!
Der Spaziergang führte uns vorbei am Aussichtspunkt von Yanahuara, von wo aus wir einen tollen Blick auf den Misti Vulkan hatten.

Den Sonntag, unseren letzen vollen Tag in Arequipa und damit Peru haben wir ähnlich (faul) verbracht. Nach einem Sonnenbad im Garten des Hostels schlenderten wir zum süßen kleinen Lokal “Las Conchitas”, das uns für Ceviche und Fischgerichte empfohlen wurde. Wir waren nach zwei Wochen Peru soweit, rohem Fisch zu essen (in Ceviche wird der Fisch nur durch den Limettensaft gegart). Das Essen war überragend, die Atmosphäre total nett (keine Touris!) und wir lernten aus unserem Fehler vom Vortag und aßen nicht alles auf.

Am Nachmittag gesellten wir uns zu den Lokals an der Plaza de Armas um dem bunten Treiben zuzusehen.

Am selben Abend flogen wir nach Lima um eine Nacht im gleichen Hostel am Flughafen zu verbringen, wie an unserer ersten Nacht. War ein kleines Deja Vuz und auch wenn ich dankbar und erfüllt bin, bin ich traurig Peru zu verlassen. Das Land und die Leute waren gut zu uns und wir hatten eine unvegessliche Zeit hier! Kann es nur jedem empfehlen, Peru ist bestimmt einer der einfacheren Länder für Südamerikaanfänger und sehr an Touristen gewöhnt – traut euch Leute, ihr werdet es nicht bereuen!

Gerade sitzen wir in der Business Lounge des Flughafens in Lima. Haben den Flug nach Buenos Aires mit Stuarts Millionen Meilen gebucht, weil ein normaler Flug zu teuer war. Fühl mich bissi fehl am Platz, aber die Latte Macchiato ist die beste seit langem (Stu holt mir grad eine zweite)!

Wir freuen uns sehr auf Buenos Aires, haben nur Gutes gehört und für uns Fressbären scheint es ein wahres Paradies zu sein – ich sag nur Steak, Rotwein, Alfajores, Empanadas, Eiscreme…

Ich werde bald von unserer kulinarisch-kulturellen Buenos Aires Tour (mit Abstecher nach Montevideo in Uruguay) berichten. Euch bis dahin eine schöne Woche, danke fürs Durchhalten und euer Interesse und bis bald,

eure Lisa

Do
15
Mai '14

Peru! – Der erste Teil

Wir sind erst 10 Tage unterwegs, aber es fühlt sich manchmal so an, als wären wir wieder auf einer großen Reise (oder als wäre dies dieselbe große Reise). Südamerika hat uns wieder und ich genieße es in vollen Zügen. Ecuador und damit Südamerika war das Land, in dem ich meine Leidenschaft für das Reisen entdeckt habe (vor fast 10 Jahren!!). Stuart und ich haben uns auf den Galapagos Inseln kennengelernt. Südamerika hat mein und unsere Leben also sehr beeinflusst und es ist toll, wieder hier zu sein: die Freundlichkeit der Menschen, Empanadas, Pisco Sour, Reggeaton, Chicharron, Mana, Spanisch (ich kanns noch!) – überall und an jeder Ecke kommen wunderbare Erinnerungen in mir hoch und auch wenn es mein erster Besuch in Peru ist, fühle ich mich hier fast wie Zuhause. Aber jetzt mal von vorne…

Quechua Frau mit Lama und Lamm

Der Flug mit KLM war ziemlich luxuriös. Hab drei Filme geguckt und gegessen, was immer mir vorgesetzt wurde (gefühlt war das im 10 Minuten Takt). Unsere ersten zwei Tage haben wir in Cusco verbracht. Die Kleinstadt hat einen besonderen Charme, da sie vor Zeiten von Autos in einem Tal gebaut wurde und dementsprechend aus vielen schönen alten Gassen besteht (zumindest das Zentrum). Das Herz der Stadt bildet der „Plaza de Armas“ wie in vielen südamerikanischen Städten.

Cuscos Gässchen

An unserem zweiten Tag haben wir einen Ausflug nach Pisac unternommen, einem Ort im „Valle Sagrado“, dem heiligen Tal. Pisac ist wunderschön gelegen und hat einen bunten Markt, der heute hauptsächlich für Touris gehalten wird. Das ist allgemein auffällig: Peru ist viel touristischer, als ich es mir vorgestellt hab und Stu erkennt vieles nicht mehr (er war vor sieben Jahren schon mal hier). Neben dem Markt gibt es auch Inka Ruinen in Pisac, die wir aber nicht richtig besucht haben, da unser Inka Trail Trek am folgenden Tag beginnen sollte und wir uns den Aufstieg auf knapp 3000m Höhe ersparen wollten.

Quechua Frau in Pisac

Stichpunkt Inka Trail. Die Wanderung zu Machu Picchu war einer der Hauptbeweggründe für diese Reise. Seit ich Stus Fotos gesehen habe (vor sieben Jahren) wollte ich zu Machu Picchu. Laut Stu ist es schummeln, den Zug zu nehmen, also hatten wir vor bereits sechs Monaten den Inka Trail gebucht. Und am Mittwoch war es soweit. Vier Tage Trekking auf über 3000 Höhenmetern mit Ziel Machu Picchhu.
Zusammen mit unseren zwei Guides, David und Ernesto von Peru Treks, 14 weiteren Touris aus UK, USA, Australie nund Südafrika und insgesamt 19 Chaskis (Portern) machten wir uns auf zu der 43km Wanderung.
Meine wichtigsten Einsichten von unserer Inka Trail Tour:

1.Touristen nerven!
Unsere Gruppe war ok, aber andere Gruppen hatten innerhalb von 10 Minuten Blutsbrüderschaft geschlossen und bei jedem höheren Pass warteten die Schnelleren auf die Langsameren und schrien und klatschten mit der Ankunft eines jedem neuen Teammitglied. Waren sie alle vereint, sangen sie „We are the Champions“ oder ähnlichen Mist. Ich will nicht frustriert oder neidisch klingen, aber es war unfassbar, welchen Krach die meisten Menschen auf dieser Wanderung gemacht haben, wenn ich persönlich gerne einfach nur die Aussicht und einen Moment der Ruhe genossen hätte. Das war meistens leider unmöglich, vor allem bei Machu Picchu!

Touri Deppen

2. Weniger ist mehr
Mein Rucksack hatte 7kg, Stus 9kg und unser Porter hatte noch mal 6kg. Mehr als 7kg hätte ich glaube ich nicht tragen können, denn für manche der Pässe ging es drei Stunden bergauf, meist in übermenschlich großen Stufen. Wir hatten ein paar Sachen dabei, die wir uns hätten sparen können (u.a. Reisehandtuch, man kann eh nicht duschen), aber die meisten der empfohlenen Packlisten waren ziemlich akkurat.

Chaski Power

3.Wärmflasche für die kalten Stunden mitnehmen
Seit meiner Chilereise im Frühling 2009 weiß ich, dass Wärmflaschen Leben retten können. Auch für diese Reise hatte ich eine kleine Reisewärmflasche eingepackt und sie hat mir die zweite Nacht auf über 4000m etwas erleichtert.

4.Coca Tee, Coca Blätter, Coca Bonbons, Coca Schokolade…
Aus Coca Blättern wird Kokain hergesteltĺt, weswegen sie bei uns illegal sind. In Peru ist das anders: Coca Blätter versorgen den Körper mit Sauerstoff (auch da, wor die Luft dünn ist) und gelten als natürlche Vorbeuge und Abhilfe geHöhenkrankheit. Mich hatte es bisher nicht erwischt, aber man weiß ja nie, und die Wanderung war auch anstrengender als alles, was ich jemals in dieser Höhe gemacht habe. Hab es den Chaskis entsprechend gleich getan und Coca Blätter gekaut (in Verbindung mit der Quinoa Wurzel wird der Mund taub- auch gut, hauptsache abgelenkt von der Anstrengung!). Kann es nur empfehlen, meine Kopfweh haben sich sehr in Grenzen gehalten und ich hatte auch so keine Anzeichen von Höhenkrankheit.

5. Der Weg ist das Ziel, nicht Machu Picchu
Auch wenn es echt anstrengend war, würde ich jedem empfehlen, die Wanderung zu Machu Picchu dem Zug vorzuziehen. Ich verstehe jetzt, was Stu und auch die Guides gemeint haben. Der Inka Trail führte und an Flüssen entlang, über Gebirgspässe, an Gebirgseen und Regenwäldern sowie an Inka Ruinen vorbei, allesamt wunderschöne und magische Orte, die die Geschniegelten und Gebügelten, die wir bei Machu Picchu antrafen, nie sehen werden! Der Weg ist das Ziel, nicht Machu Picchu. Versteht mich nicht falsch, Machu Picchu ist atemberaubend, aber die Tourimassen machen es unmöglich, diesen Moment zu genießen (zum Vergleich: 200 Touristen laufen den Inka Trail jeden Tag, bei Machu Picchu versammeln sich 3000 Touristen täglich).

Aussicht für Götter

6. Porter = Chaski
Peru Treks, unsere Agentur, rühmt sich damit, die Porter anständig zu behandeln. Und so war es auch. Der erste Schritt für gegenseitigen Respekt ist es, sie respektvoll anzusprechen. Chaski bedeutet auf Quechua, der Sprache der Inka, die noch heute in Peru, Ecuador und Bolivien gesprochen und teilweise gelehrt wird, soviel wie „starker Flitzefuß“, und genau das sind sie. Unsere 19 Chaskis verließen jedes Camp nach uns (mussten ja abspülen, abbauen und sauber machen), überholen uns auf dem Weg (mit mehr als doppelt so viel im Gepäck – offiziell dürfen sie nicht mehr als 20kg tragen, aber die meinsten tragen um die 25kg. Zur Erinnerung: ich hab mit meinen 7kg gekämpft!) um uns im nächsten Camp in aufgebauten Zelten, warmem Wasser zum Händewascehn und mit einem vier Gänge Menü zu erwarten (ja, zwei Mal am Tag vier Gänge!). Das Essen war überragend gut und eine der schönsten Erfahrungen auf dem Inka Trail waren die Momente mit den Chaskis: ob Vorstellungs- oder Verabschiedungsrunde oder wenn wie mit uns Karten gespielt haben (vorzugsweise „Cabeza de caca“). Manche waren jünger als Stu aber haben nicht so ausgesehen, unser ältester war 59 und hat uns alle abgehängt. Sie sind die waren Nachfolger der Inkas, echte Könige und Helden. Am letzten Abend sollte sich unsere Gruppe bei ihnen auf Spanisch bedanken und da ich die einzige war, die nicht Englisch als Mutersprache hatte und damit auch die Einzige, die eine andere Sprache sprach (Stu mal ausgeschlossen), habe ich das übernommen. Ich hoffe ich konnte ihnen übermitteln, wie dankbar wir waren und wie sehr wir sie bewundern.

Chaski Familie

Nach vier Tagen ohne Dusche und Ausschlafen, dafür mit unvergesslichen Aussichten, überragendem Essen, viel Info über die wahnsinnig intelligenten Inkas, die ihrer Zeit sowas von voraus waren, Momenten der Frustration über anderen Touris und Dankbarkeit über die schönen Momente, erreichten wir am Samstag Morgen um ca. 7Uhr das Sungate, den Punkt, von dem man einen ersten Blick auf Machu Picchu werfen kann. Ich war überwältigt, auch wenn es ganz anders war, als ich es mir vorgestellt hatte.

Sungate

Nach einer weiteren Stunde Wanderung zu dem Punkt, von dem die klassischen Aufnahmen gemacht werden und zwei Stunden Führung durch die enormen Ruinen (viel größer als erwartet!) hieß es Abschied nehmen von Machu Picchu und dem Inka Trail. Zweifellos eine der besten Reiseerfahrungen, die ich je gemacht habe. Um sich Enttäuschungen zu erparen empfehle ich, die Erwartungen herunterzuschrauben. Nicht an Machu Picchu, aber an unsere Mitmenschen aus der sogenannten westlichen Welt.

Machu Picchu

Den Rest des Samstags haben wir in Aguas Calientes verbracht, einem Ort, der sich seit ca. 10 Jahren jährlich verdoppelt weil Machu Picchu so eine Touridestination geworden ist und der Zug dort hält. Aguas Calientes („warme Wässer“) verdankt seinen Namen den Thermalquellen, in denen wir unsere geschundenen Beine entspannt haben.
Seit unserer Rückkehr fühlt sich das Ganze etwas mehr wie ein Urlaub an. Am Sonntag hab ich doch tatsächlich bis 9Uhr geschlafen (Durchschnitt auf dem Inka Trail war 4Uhr) und nicht viel gemacht. Haben ein paar Kirchen und Märkte in Cusco besucht und geshoppt wie die Blöden. Das ist der große Vorteil an diesem Urlaub für mich: zum ersten Mal haben wir beide einen Job, zu dem wir zurückkehren, verdienen Geld, während wir weg sind und müssen daher nicht jeden Pfennig herumdrehen. Wir genießen es!!

Entspannen

Am Montag haben wir einen halbtägigen Ausflug gemacht, der sich als echter Geheimtipp enpuppt hat. In Chinchero haben wir von Leuten aus der Region erfahren, wie sie ihre Stoffe färben und etwas mehr Coca Tee getrunken und geshoppt.

Chinchero

In Maras haben wir die Salzminen bewundert: 5000 Salzpools werden von einer Quelle gespeist, die direkt aus dem Berg fließt, in dem sich riesige Salzfelsen befinden müssen. Hab gleich verschiedenen Salze gekauft (mit Knoblauch, mit Chilli und mit einem Gewürz, das hauptsächlich zur Zubereitung von Meerschweinchen verwendet wird – haltet eure Haustiere fest!).

SalMaras

Der letzte Stop des Ausflugs war Moray, eine weitere Inka Ruine (man könnte meinen, wir hätten genug gesehen), die als Versuchslabor für Agrikultur gedient hat. Die Inkas haben Pflanzen aus anderen Regionen (z.B. Coca, kommt aus dem Urwald) dort angepflanzt und langsam an die andere Umgebung angepasst, bis es auch in der hiesigen Sierra wuchs. Ein magischer Ort!

Moray

Die Gegend um Cusco ist allgemein atemberaubend und hat mich hier und da an Ecuador, Chile, aber auch Neuseeland erinnert.

Sierra

Zurück in Cusco haben wir einen zweistündgen Schokoladen-Workshop mitgemacht; super interessant und super lecker!! Mal schaun wie lange die Pralinen halten, die wir dort gemacht haben.

Chocoholics

Wir sind im Übrigen allgemein sehr positiv überrascht vom Essen in Peru. Ecuador war nie die Offenbarung, aber das Essen hier ist echt genial. Von Empanadas (mit Käse oder Hühnchen oder Hackfleisch oder Spinat oder sonst was gefüllte Teigtaschen) über scharfe gefüllte Paprika (Rocoto Relleno), Alpaca (Lama Art. bestes Fleisch ever!), Antichuchos de Crazon (Rinderherz am Spieß), Lomo Saltado (Gulasch Art mit Pommes und frischen Tomaten und Zwiebeln), Chifles (Kochbananen Chips), Alfajores (Kekse mit Caramelfüllung) bis hin zum Cappuccino ist Peru eiin echtes Geschmackserlebnis! Nicht zu vergessen natürlich das Cuy (Meerschweinchen). Musste probiert werden, aber viel dran ist nicht an dem Tierchen…Dafür hatte es einen Hut auf! Und mit Cusqueña Negra schmeckt eh alles gut (bestes Bier seit langem)!

Armes Schwein

Seit Dienstag Früh sind wir nun in Arequipa, einer der größten Städte Perus im Süden. Von hier werden wir einen zweitägigen Ausflug zum Colca Canyon machen und die Seele baumeln lassen (und mehr essen!), das Wetter ist auf 2300 Höhenmetern zu dieser Jahreszeit nämlich sehr angenehm und ich arbeite fleißig an meiner Sommerbräune 🙂

Im nächsten Blog berichte ich über Colca Canyon und was wir sonst noch so in und um Arequipa erlebt haben.

Bis dahin eine schöne Zeit euch und bis bald,

eure Lisa

Sa
11
Jan '14

2013: Mein erstes Jahr in Leeds

In meinem Job hab ich fast täglich mit Bloggern zu tun. Umso peinlicher ist es, dass ich meinen eigenen Blog im letzten Jahr zu einer kleinen Geisterstadt hab verkommen lassen. Aber ich bin zurück! Einer meiner Vorsätze für 2014, den ich hoffentlich einhalte.
Da seit dem letzten Post viel zu viel passiert ist, um ins Detail zu gehen, nutze ich diesen Beitrag, um das letzte Jahr Revue passieren zu lassen. Heute vor einem Jahr, am 11. Januar 2013 bin ich in Leeds angekommen, am 14. Januar habe ich meinen Job begonnen und am 02. Februar sind wir in unser Haus gezogen. Unglaublich, dass das alles bald schon ein Jahr her ist! Das letzte Jahr ist verflogen (ein Zeichen dass ich alt werde?!) war gut für mich und im Folgenden möchte ich erschließen, warum das so ist.

12 Gründe, warum ich ich mich England wohl fühle

1. Angekommen!

In meinem letzten Blog noch mit Fragezeichen, jetzt mit Ausrufezeichen! Ende 2012 war ja schon recht turbulent für uns und wir wussten nach unserer Reise nicht so richtig wohin mit uns. Köln/Bonn ists nicht geworden und über meinen Job sind wir dann in Leeds gelandet. Ob wir uns dort wohl fühlen und unser neues Zuhause finden würden, war unklar. Auf der Suche nach einer Bleibe in Leeds haben wir sieben Wohnungen und ein Häuschen angeschaut. Und das Häuschen ist´s geworden – unser erstes gemeinsames Zuhause. Klein aber groß genug für uns, kleiner Garten, in den keiner reinglotzen kann, ruhige Straße aber tolle Gegend, viele Cafés und Bars um die Ecke, mein Büro ist in 20 Minuten zu Fuß zu erreichen, das Stadtzentrum von Leeds ist zehn Minuten mit dem Bus entfernt. Wir haben´s uns echt schön gemacht hier, was mir die meisten Besucher bisher auch bestätigt haben 🙂

Zuhause

2. Besucher aus aller Welt

Apropos Besucher: Das Schönste daran, seine Herkuft zu verlassen, ist die Sehnsucht. Für mich vor allem die Sehnsucht nach lieben Menschen. Und ganz besonders schön wird es, wenn dich die lieben Menschen in deinem neuen Zuhause besuchen! Neben meiner großen kleinen Schwester Pauline mit Freundin Elena haben mich dieses Jahr meine Eltern (Mama zwei Mal!), Schwester Lins, Göttin Mai, Göttin Charlotte mit Arthur, Katrin und Julius aus Wien bzw. London und Lieblingsaustralier Dan aus Sydney (!) besucht. Außerdem hatten wir zu mehreren Gelegenheiten Stu´s Familie und Freunde zu Besuch und immer was Schönes unternommen, wenn wir Gäste hatten. Ich freue mich auf alle, die es dieses Jahr zu uns nach Leeds verschlägt, unser Gästezimmer ist das größte Zimmer im Haus :-)!

Besucher

3. Menschen und Mentalität

Wenn mich hier jemand anrämpelt, entschuldigt er sich. Wenn die Pendler hier aus dem Bus aussteigen, bedanken sie sich beim Fahrer. Wenn ich mich von der Dame an der Kasse im Supermarkt verabschiede, wünscht sie mir einen schönen Abend. Wenn ich hier in der Schlange stehe, drängelt sich keiner vor. Dass die Engländer höflich sind hat sich ja herumgesprochen, aber es ist mehr als das. Ich erlebe sie als aufrichtig freundlich. Der Norden Englands und Yorkshire sind sogar besonders freundlich. Und bei aller Freundlichkeit lassen sie dich in Ruhe. Keiner belehrt dich, keiner macht sich wichtig, keiner nimmt sich zu wichtig. Die Mentalität der Menschen sagt mir sehr zu und trägt ungemein dazu bei, dass es mir hier gut geht.

4. Land der Chancen

Meine Managerin hat „irgendwas mit Medien“ studiert (und ist jetzt Managerin), Stu´s Schwester ist als ehemalige Geografiestudentin heute Landvermesserin. Leute in meiner Firma mit dem gleichen Jobtitel wie ich kommen aus Studiengängen wie Musik, Anglistik, Eventmanagement, Übersetzen, Freizeitmanagement, Physik und Biologie (um nur einige zu nennen). Was ich damit sagen will: in Großbritannien bekommst du eine Chance. Gerade als junger Mensch mit Studienabschluss. Du hast drei Monate um zu zeigen was du kannst, egal was du vorher studiert hast oder ob du einen Wisch vorweisen kannst, der dich als geeignet auszeichnet. Jeder lernt doch in jeweiligen Job erst, was er tun muss und ich finde es tragisch, dass sich Deutschland da so anstellt was die Anstellung von jungen Akademikern angeht. Gebt Leuten eine Chance!!

5. Musikszene

Auch das ist kein Geheimnis: England produziert unheimlich viel gute Musik. Selbst in Leeds kann ich hier jeden Abend auf einen anderen „Gig“ und echt talentierten Musikern zuhören. Anfang Mai waren bei bei „Live at Leeds“, einem Musikfestival für aufstrebende Künstler. Zwölf Stunden lang zogen wir von Bar zu Kirche zu Club um für umgerechnet 25€ in zehn überragende Sänger und Bands reinzuhören, wie Lone Wolf (mein Liebling), George Ezra, Nick Mulvey, Laura Mvula, MR MS und viele andere. Außerdem habe ich letztes Jahr Daughter, Jonathan Wilson und Hurts live gesehen. Konzerte sind hier stressfreier: Man muss weniger früh hin und kann leichter mal raus um Getränke zu sich zu nehmen oder loszuwerden. Und günstiger sind sie auch. Bin begeistert und freu mich schon, was dieses Jahr zu bieten hat!

Musikkultur

6. Pubkultur

Seit unserer Zeit in Sydney verstehe ich die Pubkultur ein bißchen besser und hab Freude dran. Es ist ziemlich genau so, wie man es sich vorstellt: Totes Bier (keine Krone) wird tropfend am Thresen abgeholt und gleich bezahlt. Um 23Uhr ist Schicht im Schacht (naja, die meisten schließen so um 1Uhr). Neben den traditionellen Pubs, in denen es mit unter ziemlich heftig zugeht, gibt es aber auch unglaublich viele Bars für sogenannte „young professionals“ (ja, das bin ich jetzt), die ihr eigenes Flair haben und mit unter sehr europäisch (denk da an Belgien oder Holland) anmuten. Einer unserer Favouriten ist gleich bei uns um die Ecke: Further North. Toni hat gewitzelt als er zu Besuch war – mit zwei Pünktchen kommt mir das Pub noch näher: „Fürther North“. Friends of Ham, eine Bar, die neben ausgewählten Bieren (u.a. Schlenkerla und Augustiner!) edle Schinken- und Käseplatten auftischt, ist letztes Jahr unter die zehn besten Pubs in Großbritannien gewählt worden vom Shortlist Magazin. Kein Wunder, mein Lieblingsmusiker Lone Wolf arbeitet ab und zu dort ;-)!

7. Eine Insel!

Mit Ausnahme von dem halben Jahr in Sydney habe ich noch nie so nah am Meer gewohnt. Es sind zwar noch immer anderthalb Autostunden, aber wir haben schon manchen sonnigen Samstag Morgen spontan entschlossen, ans Meer zu fahren. Scarborough ist nicht mein Fall, aber Whitby, Filey oder Sandsend sind tolle Orte für einen Tagesausflug mit Spaziergang am Stand bzw. den Kliffs mit anschließenden Fish&Chips. Richtig verliebt habe ich mich in Robin Hood´s Bay. Der kleine versteckte Küstenort ist total ursprünglich, nur kleine Einzelhändler wie früher und eine Aussicht zum träumen…
2014 möchte ich auch gern mal an die Westküste fahren und u.a. Antony Gormly´s Skulpturen „Another Place“ am Strand von Crosby bei Liverpool sehen.

Seaside

8. Englische Landschaft (mit Schaf?)

Wir haben uns schon einen besonders schönen Fleck rausgesucht. Innerhalb von 30 Autominuten von unserem Haus erreichen wir die Yorkshire Dales, einer malerischen Hochland das zum größten Teil Nationalpart ist. Moore, Hügel, jahrhundertealte kniehohe Steinmauern, Schafe, Schafe und nochmal Schafe. Laut Reiseführergigant Lonely Planet ist Yorkshire 2014 die drittschönste Region der Erde. Und da lebe ich!
Etwas weiter entfernt (ca. 2 Stunden) befindet sich der Lake District, wie der Name schon sagt, Seen- und Berglandschaft. Der Lake District ist ebenfalls ein Nationalpark und Herkunft vieler britischer Literaten wie William Wordsworth aber auch Beatrix Potter (Peter Hase).

Countryside

9. Erreichbar

Obwohl ich auf einer Insel lebe und Leeds nicht so einfach zu erreichen ist wie London (war teilweise 9 Stunden unterwegs bis nach Fürth) fühl ich mich nicht „aus der Welt“. In Sydney wurde ich von ganz schlimmem Heimweh geschüttelt, weil ich mich „aus der Welt“ gefühlt habe. Laut der Briten leben wir zwar nicht in Europa, aber innerhalb von wenigen Stunden kann ich dort sein oder liebe Menschen mich besuchen. Keep coming people :-)! Ob Großbritannien nun zu Europe gehört oder nicht, weit entfernt ist es nicht, dass können sie nicht leugnen. Und so konnten wir dieses Jahr viele kleine Urlaube in Europa (und Asien) machenÖ neben Heimatbesuchen und einem Wochenende in Berlin ging es nach Schottland, in die Schweiz nach Wien und Istanbul! Ein Traum!

Urlaub

10. Multi-Kulti

Meine Yogalehrerin gleicht einer afrikanischen Göttin, mein Freund aus dem Tante Emma Laden um die Ecke trägt einen Turban und wenn ich durch die Stadt laufe höre ich Sprachen, die nicht mal ich erkennen kann. Großbritannien blickt auf eine umstrittene koloniale Geschichte zurück und das zeigt sich heute in den Gesichtern der Briten. Das ist nämlich das Schöne dabei: Sie sind Briten. Weder Hautfarbe noch Religion noch Kleidung noch Herkunft werden hier zum Thema gemacht. Wir sind alle in erster Linie Menschen, nicht „der Schwarze“ oder „die Inderin“.

11. Neue Freunde

Wir haben uns auch deshalb so schnell in Leeds eingelebt, weil wir mit offenen Armen empfangen wurden. Von Stus Uni-Freunden Mik und Tom und deren Freundinnen Sarah und Kimberley. Als ich hier ankam (mit all meinem Hab und Gut), hat mich Kimberley vom Flughafen abgeholt und ich hab die erste Zeit bei ihr und Tom gewohnt (und gespeist) bevor ich für zehn Tage bei Mik&Sarah eingezogen bin. Wir machen so oft wie möglich was mit ihnen und sie sind im letzten Jahr echte Freunde geworden. Seit Mitte Oktober haben wir dann eine siebte im Bunde: Baby Sylvie, Mik&Sarahs kleine Erdenbürgerin.
Auch bei mir in der Arbeit hab ich schnell Anschluss gefunden und viele liebe Leute kennengelernt, von denen ich manche als Freunde bezeichnen möchte. Ich freue mich auf ein weiteres Jahr um manche von ihnen noch besser kennenzulernen und weiterhin so regelmäßig und ausgiebig zu feiern!

Freunde

12. Leben mit Stuart

Ich habe es kurz schon angerissen: Das letztes Jahr war das erste Jahr, das Stu und ich komplett zusammen gelebt haben. Keine alle-zwei-Wochenendbeziehung mehr, keine Flüge buchen (naja…), keine Skype Telefonate, wir leben zusammen, wir kochen zusammen, wir essen zusammen – jeden Tag. Und es ist wunderschön. Stu ist nicht nur mein Partner, er ist mein bester Freund. Und er ist der weltbeste Mitbewohner (neben Gerti!), denn er schmeißt den Haushalt! Da er von Zuhause aus arbeitet, macht er den Großteil der Hausarbeit so nebenher, wenn er mal keinen Anruf oder keine dringende E-Mail bekommt. Ich bin ihm unendlich dankbar, fühle mich aber manchmal schon extrem schuldig. Er meint dann nur, dass meine Zeit schon kommen würde…

Hochzeitsfoto

In diesem Sinne bin ich am Ende meines Jahresrückblicks und freue mich auf ein weiteres Jahr in Leeds!
Ich freue mich auf alle, die uns 2014 hier besuchen werden – und wer es nicht schafft, wird ab und zu über diesen Blog erfahren, was wir so treiben.

Bis bald,

Eure Lisa

Kommentare deaktiviert für 2013: Mein erstes Jahr in Leeds